Home Politik/Forschung 600.000 Asylsuchende erreichten EU im ersten Halbjahr
| Sechs von zehn stellen Antrag in Deutschland

600.000 Asylsuchende erreichten EU im ersten Halbjahr

600.000 Asylsuchende erreichten EU im ersten Halbjahr

Im zweiten Quartals 2016 beantragten 305 700 Asylsuchende erstmals Schutz in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union  (EU). Ihre Zahl stieg damit im Vergleich zum ersten Quartal 2016  (287 100 erstmalige Asylbewerber) um 6%. das sind insgesamt im ersten Halbjahr rund 600.000 Menschen.

Mit nahezu 90 500 erstmaligen Asylbewerbern zwischen April und Juni 2016 blieb Syrien an erster Stelle der Staatsangehörigkeiten der Asylsuchenden in den EU-Mitgliedstaaten, vor Afghanistan (50 300 erstmalige Asylbewerber) und dem Irak (34 300). Diese drei Staatsangehörigkeitsgruppen, auf die fast 60% aller erstmaligen Asylbewerber entfielen, stellen die größten Gruppen erstmaliger Asylbewerber in den EU-Mitgliedstaaten im zweiten Quartal 2016 dar.

Das geht aus Daten von Eurostat hervor, dem statistischen Amt der Europäischen Union.

Sechs von zehn stellten ihren Antrag in Deutschland
Im   zweiten  Quartal  2016  wurden  die  meisten  erstmaligen  Asylbewerber   in  Deutschland  (87 000 erstmaligen Asylbewerbern bzw. 61% der Gesamtzahl der erstmaligen Asylbewerber in den EU- Mitgliedstaaten) registriert. Darauf folgten Italien (27 000 Asylbewerber bzw. 9%), Frankreich (17 800 bzw. 6%), Ungarn (14 900 bzw. 5%) und Griechenland (12 000 bzw. 4%).

Bewerberzahlen verdoppeln sich in Griechenland und Ungarn
Unter den Mitgliedstaaten mit einer hohen Anzahl an Asylbewerbern hat sich die Zahl der erstmaligen Asylbewerber im zweiten Quartal 2016 gegenüber dem Vorquartal in Griechenland (+132%) und Ungarn (+118%) mehr als verdoppelt und ist in Polen (+65%) und Spanien (+37%) deutlich gestiegen. Im Gegensatz dazu wurden vor allem in den nordischen Mitgliedstaaten – Dänemark (-59%), Finnland (-53%) und Schweden (-42%) – ebenso wie in den Niederlanden (-47%), Belgien (-44%) und Österreich (-22%) Rückgänge verzeichnet.

Verhältnis erstmaliger Asylbewerber zur Einwohnerzahl in Deutschland, Ungarn, Österreich und Griechenland am höchsten
Im Vergleich zur Einwohnerzahl des jeweiligen Mitgliedstaates wurde im zweiten Quartal 2016 die höchste Quote erstmaliger Asylbewerber in Deutschland (2 273 erstmalige Bewerber je eine Million Einwohner) verzeichnet, gefolgt von Ungarn (1 517), Österreich (1 241) und Griechenland (1 113). Die niedrigsten Quoten wurden hingegen aus der Slowakei (2 Bewerber je eine Million Einwohner), Rumänien (11), Portugal (15), Litauen (24), der Tschechischen Republik und Estland (je 26) gemeldet.

Fast jeder dritte erstmalige Asylbewerber stammte weiterhin aus Syrien
Syrien (30% der Gesamtzahl erstmaliger Asylbewerber) blieb im zweiten Quartal 2016 das Land der Staatsangehörigkeit des Großteils der Asylsuchenden in den EU-Mitgliedstaaten. Von den 90 500 Syrern, die im zweiten Quartal 2016  zum ersten Mal einen Asylantrag in der  EU einreichten, wurden 80% in Deutschland       (71 800) registriert. Syrer bildeten in acht EU-Mitgliedstaaten die größte Gruppe der Asylsuchenden.

An zweiter Stelle liegen die Afghanen
Afghanistan (16% der Gesamtzahl erstmaliger Asylbewerber in der EU) stand im zweiten Quartal 2016 an zweiter Stelle  der  Staatsangehörigkeiten  der Asylsuchenden   in   den   EU-Mitgliedstaaten.   Nahezu   zwei   Drittel   (32 600 Personen) der 50 300 Afghanen, die im Zeitraum von April bis Juni 2016 zum ersten Mal in den EU- Mitgliedstaaten Asyl suchten, reichten ihren Antrag in Deutschland ein. Afghanen stellten in acht EU- Mitgliedstaaten die größte Gruppe der Asylsuchenden dar.

Mit 34 300 erstmaligen Asylbewerbern (bzw. 11% der Gesamtzahl in der EU) stand der Irak im zweiten Quartal 2016 an dritter Stelle der Staatsangehörigkeiten der Asylsuchenden in den EU-Mitgliedstaaten. Über 80% wurden in Deutschland registriert (27 800).

Mehr als eine Million Personen mit anhängigem Asylantrag
Ende Juni 2016 waren fast 1,1 Millionen Personen Gegenstand eines Asylantrags in den EU-Mitgliedstaaten, der noch der Prüfung durch die zuständige nationale Behörde unterlag. 2015 belief sich diese Zahl Ende Juni 2015 auf rund 633 000. Mit 571 500 anhängigen Asylanträgen (bzw. 52% der Gesamtzahl für die EU) hatte Deutschland Ende Juni 2016 bei weitem den höchsten Anteil in der EU, vor Schweden (130 900 Anträge bzw. 12%), Österreich (83 200 Anträge bzw. 8%), Italien (70 700 Anträge bzw. 6%) und Frankreich (43 000 Anträge bzw. 4%).

OECD meldet für 2015 Verdoppelung der Asylgesuche
Dieser Befund korreliert mit dem befund der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): In den OECD-Ländern sind 2015 1,65 Millionen Asylgesuche eingegangen und damit doppelt so viele wie im Vorjahr.

Bei rund einem Viertel der Antragsteller handelte es sich um Syrer, weitere 16 Prozent stammten aus Afghanistan.

Insgesamt stieg die dauerhafte Zuwanderung im OECD-Raum das zweite Jahr in Folge stark an. Etwa 4,8 Millionen Menschen reisten 2015 in eines der 35 OECD-Länder ein mit dem Ziel, dort dauerhaft zu bleiben (+10%). (Bild: Eurostat)

eurostat_Asylbewerber

SCHREIBEN SIE EINEN KOMMENTAR

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *




Unterstützen Sie uns

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, haben Sie hier die Möglichkeit uns bei unserem Anliegen zu unterstützen.


oder

 


Weitere Artikel der Rubrik

Archiv | 2017 | 2016 | 2015

Wenn Ihnen demografiewandel.info gefällt, unterstützen Sie uns und unser Anliegen.

 

Auf demografiewandel.info lesen sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und Einsichten zum demografischen Wandel. Weil alle, die sich mit ihm beschäftigen, einen breiten Sachüberblick benötgen. Weil wir glauben, dass dem entscheidenden Thema unserer Zeit eine Stimme fehlt. Weil wir mehr über den neuen Generationenvertrag, der jetzt im Entstehen ist und über unser Altersbild diskutieren sollten.

Leider decken die Anzeigen unseren organisatorischen und technischen Aufwand noch nicht ab.

Wir freuen uns daher, wenn Ihnen unser Anliegen und unsere Arbeit etwas Wert sind.
Entscheiden Sie selbst, wieviel. Je Artikel, aber auch für einen längeren Zeitraum.
Vielen Dank

 

Ich unterstütze bereits