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| Risiko der Arbeitslosigkeit ist nicht höher, dafür das Risiko, lange arbeitslos zu bleiben

Ältere Erwerbstätige in der Schweiz sind meist lange beruflich tätig

Ältere Erwerbstätige in der Schweiz sind meist lange beruflich tätig

Ältere Erwerbstätige in der Schweiz sind nicht allein älter, sondern zumeist schon lange beruflich tätig. Im Durchschnitt sind 55-64-jährige Erwerbspersonen seit 35 Jahren beruflich aktiv. Die durchschnittliche Dauer der Erwerbsjahre ist bei Frauen aufgrund familial bedingter Unterbrüche geringer als bei Männern.

François Höpflinger hat sich auf senline.ch mit „biographische Aspekte und wahrgenommene Perspektiven“ in der Schweiz auseinandergesetzt mit Bezug auf den European Social Survey 2014:

„Ein berufliches Erlebnis, das im Allgemeinen langfristig prägend ist, ist demnach die Erfahrung von Arbeitslosigkeit oder längerer Stellensuche. Dies ist in Ländern – wie Frankreich – eine häufige Lebenserfahrung, wogegen in der Schweiz weniger Personen Arbeitslosigkeit erlebt haben. Im Alters- bzw. Generationenvergleich wird für die Schweiz und für Österreich deutlich, dass die heutigen 55-64-jährigen Personen weniger häufig von Arbeitslosigkeitserfahrungen betroffen waren als jüngere Personen. Auch die heute Rentnergeneration erlebte in ihren berufsaktiven Jahren kaum Arbeitslosigkeit.

Eine lange Erwerbszeit – namentlich unter anspruchsvollen und stressreichen Arbeitsbedingungen – kann bei älteren Arbeitskräften den Wunsch nach einer gewissen Entlastung auslösen, sei es ermüdungsbedingt oder sei es, um ausserberufliche Aktivitäten im Hinblick auf die bevorstehende Pensionierung zu pflegen. Der Wunsch bzw. die Bereitschaft, die Arbeit zu reduzieren, auch wenn damit das Lohneinkommen sinkt, wird im höheren Erwerbsalter leicht häufiger angeführt als in jüngeren Erwerbsjahren. Jüngere Personen möchten eher ihr Einkommen durch längere Arbeitszeiten verbessern. In allen Altersgruppen wird allerdings mehrheitlich die Beibehaltung des Status-Quo bevorzugt.

Eine positive Wirkung langjähriger Erwerbsarbeit in einer Unternehmung ist eine hohe Betriebstreue und starke Identifikation mit der Firma. Eine Mehrheit der befragten 50-64-jährigen Erwerbstätigen würde sogar eine besser bezahlte Stelle ablehnen, um in der jetzigen Firma zu verbleiben. Betriebstreue und Loyalität sind Werte, die in einer mobilen und dynamischen Arbeitswelt allerdings an Gewicht verloren haben. Teilweise wird eine zu lange Betriebsdauer negativ bewertet (als Unbeweglichkeit). Betriebstreue und Loyalität dürften aber in Zeiten eines Fachkräftemangels unternehmenspolitisch erneut bedeutsam werden, auch weil in einer demographisch alternden Gesellschaft langjährige Kundenbeziehungen ein verstärktes Gewicht erhalten.Identifikation mit jetziger Arbeitsfirma.“

Eine stärkere Arbeits- und Betriebsidentifikation älterer Arbeitskräfte kann allerdings auch darauf zurückgeführt werden, dass es ab 50 schwierig sein dürfte, eine neue Stelle zu finden.

Ältere Arbeitskräfte haben zwar nicht generell ein höheres Risiko, arbeitslos zu werden, aber bei Arbeitslosigkeit ein deutlich höheres Risiko, langzeitlich arbeitslos zu verbleiben.“

senline.ch/aeltere-arbeitskraefte

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