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| Dr. Andreas Knaut

„Alte“ Debatte

„Alte“ Debatte

Das „Alter in der Karikatur“ betitelt sich eine laufende und sehenswerte Ausstellung im Haus im Park der Körber Stiftung in Hamburg-Bergedorf. Kuratorin Franziska Polanski geht es aber nicht allein um den Humor. Sie möchte Altersbilder in Frage stellen.

Das gilt für den neuerdings so „aktiven Alten“ – Alte seien kein unendlich zu optimierendes Humanpotential. Das gilt für „Alt-Vordere“, „Altfeministinnen“, „Alterspräsidenten“ und andere „Alts“. Zu schnell aufs „Altengleis“, findet Frau Polanski.

Sicher – wir denken in Klischees. Wenn wir auf dieser Site das „neue Altern“ propagieren, so grenzen wir uns damit gegenüber dem „alten Altern“ ab. Das geht gar nicht anders, sollen Unterschiede deutlich werden.

Bedeutet das aber, dass wir „Humanpotential“ optimieren wollen? Nein, wir wollen höchstens beschreiben, zu was Humanoiden fähig sind, wenn sie senior werden.

Wir wollen zeigen, dass das Wörtchen „alt“ eben genau kein Diminutiv für menschliche Auslaufmodelle ist, sondern vielmehr Respekt transportiert für „alte“ Hasen, die eine Leitwolf-Stellung erreicht haben, die Junge sich noch erarbeiten müssen. Wir werden demnächst beobachten, wie der dann „Altpräsident“ Gauck noch Reden hält, die mehr Beachtung finden als diejenigen seines Nachfolgers.

Was folgt daraus: „Alt“ hat eine Menge Interpretationen im Gepäck. Jeder kann sich seine raussuchen. Wer dabei versucht, manche für zulässig und andere für inakzeptabel zu erklären, beginnt nur eine moralinsaure Debatte ohne Sinnhaftigkeit.

Ganz ehrlich: Von denen haben wir in Deutschland allzu reichlich.

Insofern macht die Ausstellung in Hamburg das einzig Richtige: Sie nimmt „Alt“ mit Humor. Was übrigens – glaubt man den Umfragen – die „neuen Alten“zunehmend auch tun. In dieser Hinsicht haben sie tatsächlich ihr Potential optimiert.

 

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