Home Arbeitswelt/Personal Arbeitsmarkt mißachtet „stille Reserve“
| 2,7 Millionen würden gerne mehr arbeiten - wenn sie könnten

Arbeitsmarkt mißachtet „stille Reserve“

Arbeitsmarkt mißachtet „stille Reserve“

Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus – wirklich? Das Institut für Altersvorsorge (DIA) hat auf Basis der Zahlen des Statistischen Bundesamtes nachgerechnet und siehe da:  5,7 Millionen Menschen im Alter von 15 bis 74 Jahren wünschten sich 2015 überhaupt Arbeit oder mehr Arbeitsstunden.

5,7 Millionen, das addierte sich 2015 aus zwei Millionen Erwerbslosen, eine Million Personen in der sogenannten Stillen Reserve und 2,7 Millionen Unterbeschäftigte.

Unterbeschäftigte wünschen sich zusätzliche Arbeitsstunden und stehen dafür auch zur Verfügung. Bei ihnen scheitert es meist am Angebot des Arbeitgebers oder an der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie. 2015 bezeichneten sich 6,8 Prozent der Erwerbstätigen selbst als unterbeschäftigt.

Eine Million will kürzer treten
Den 2,7 Millionen Unterbeschäftigten stand allerdings zugleich eine Million Erwerbstätiger gegenüber, die gern weniger arbeiten würden, so DIA. Sie nehmen dafür auch ein geringeres Einkommen in Kauf. Die Zahl der sich überbeschäftigt Fühlenden hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 98.000 erhöht. Personen in der Stillen Reserve haben zwar keine Arbeit, gelten aber nicht als erwerbslos. Sie suchen zwar Arbeit, stehen aber kurzfristig für eine Arbeitsaufnahme nicht zur Verfügung. Zur Stillen Reserve gehören überdies auch Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen gerade keine Arbeit suchen, aber grundsätzlich arbeiten würden.

Das ungenutzte Potenzial ist viel größer
Mangel an Arbeitskräften? Es fehlt also weniger an ihnen, sondern an einer Koordinierung von Arbeitskraft sowie an der mangelhaften Übereinstimmung von Arbeitsplatzangebot und Jobsuchenden.

DIA bezieht sich zudem auf den Volkswirtschaftsprofessor Thomas Straubhaar der den vermeintlichen Fachkräftemangel nicht auf die demografischen Veränderungen zurückführt. Sechs Millionen Menschen könnten dem mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, „wenn die Arbeitskraft Älterer länger erhalten bliebe, wenn Menschen mit Migrationshintergrund auf die gleiche Weise in den Arbeitsmarkt eingebunden wären wie Menschen ohne Migrationshintergrund und wenn Frauen ebenso beschäftigt wären wie Männer.“

dia-vorsorge.de_57-millionen-menschen-wollen-mehr-arbeit/

SCHREIBEN SIE EINEN KOMMENTAR

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *




Unterstützen Sie uns

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, haben Sie hier die Möglichkeit uns bei unserem Anliegen zu unterstützen.


oder

 


Weitere Artikel der Rubrik

Archiv | 2017 | 2016 | 2015

Wenn Ihnen demografiewandel.info gefällt, unterstützen Sie uns und unser Anliegen.

 

Auf demografiewandel.info lesen sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und Einsichten zum demografischen Wandel. Weil alle, die sich mit ihm beschäftigen, einen breiten Sachüberblick benötgen. Weil wir glauben, dass dem entscheidenden Thema unserer Zeit eine Stimme fehlt. Weil wir mehr über den neuen Generationenvertrag, der jetzt im Entstehen ist und über unser Altersbild diskutieren sollten.

Leider decken die Anzeigen unseren organisatorischen und technischen Aufwand noch nicht ab.

Wir freuen uns daher, wenn Ihnen unser Anliegen und unsere Arbeit etwas Wert sind.
Entscheiden Sie selbst, wieviel. Je Artikel, aber auch für einen längeren Zeitraum.
Vielen Dank

 

Ich unterstütze bereits