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| 50lus sind besonders Twitter- und Instagramm-Scheu

Deutschland hat das größte „Social Media Gap“

Deutschland hat das größte „Social Media Gap“

Weltweit kommen unter 35-Jährige kaum noch ohne soziale Medien aus, ältere Erwachsene – vor allem in Deutschland – sind dagegen twitter- und instagramscheu, so eine Studie des Kölner  Köln (IW), beruhend auf Daten des amerikanischen Forschungsinstitut Pew Research Center.

Das „Social Media Age Gap“ in Deutschland betrage „satte 42 Prozentpunkte“, staunen die Forscher.

In keinem Land Alterslücke größer
In keinem anderen der 30 Länder sei die Alterslücke größer. Vergleichbar ist der Abstand zwischen Jung und Alt lediglich in Frankreich, wo er bei 41 Prozentpunkten liegt. Schon beim drittplatzierten Vietnam sind es nur 37 Punkte.

Immerhin: Weil der Anteil der Internetnutzer an den Deutschen mit 85 Prozent relativ hoch ist, übersteigt die absolute Zahl der Twitterer, Facebook-Freunde und Business-Networker die von Vietnam. Denn von dessen 93 Millionen Einwohnern ist nur jeder zweite überhaupt online.

Wie viele Menschen insgesamt Zugang zum digitalen Datenstrom haben, hängt vom Entwicklungsstand des Landes ab. Für den Social Media Age Gap sind andere Faktoren ausschlaggebend:

Ältere Erwachsene müssen Umgang mit SM erst lernen
Altersbedingte Ursachen. Ältere Erwachsene müssen den Umgang mit den sozialen Medien erst lernen. BestAger teilen weniger Bilder und Videos und nutzen die Smartphones auf herkömmliche Weise. 40plus nimmt den Begriff „friends“ auf facebook und Co allzu wörtlich und verbindet sich meist nur mit jenen Menschen, mit denen sie auch im realen Leben besser bekannt sind. „Digital Natives“ sind da schon weiter.

Demografische Wandel sorgt für wenig ältere „Digital Natives“
Wirtschaftliche und politische Gründe. Dass der Social Media Age Gap in Deutschland und vielen anderen Industriestaaten so groß, in wirtschaftlich schwachen Ländern dagegen klein ist, hängt auch mit der Altersstruktur der jeweiligen Bevölkerung zusammen: Es gibt hierzulande aufgrund des demografischen Wandels relativ gesehen wenige „Digital Natives“, die die Älteren mitziehen könnten.

Herkömmliches Kommunikationsnetz reicht aus
Eine wichtige Rolle spielen aber auch der Ausbau der sonstigen Kommunikationsnetze und die politische Unabhängigkeit der Massenmedien. So bietet beispielsweise das Fernsehen in Deutschland verlässliche Informationen, und wichtige Dokumente werden nach wie vor noch per Post verschickt. In Kenia dagegen lassen sich Daten am einfachsten via Smartphone austauschen.

(Bild: IW)

iwd.de_Alterskluft SM

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