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| Thomas Straubhaar plädiert im Umgang mit dem Demografischen Wandel für mehr Gelassenheit

Deutschland hat die besten Jahre noch vor sich

Deutschland hat die besten Jahre noch vor sich

Ob Deutschland schrumpft, ist fraglich. Sollte es aber stimmen, na und? Wäre besser für die Umwelt, bedeute mehr Wohlstand und mehr Platz für alle. Der Schweizer Volkswirt Thomas Straubhaar gibt faz.net ein Interview und wartet mit steilen Thesen auf. „Deutschland hat die besten Jahre noch vor sich.“

Der Stiftungsratsvorsitzende der Körber-Stiftung sieht das ganze Thema Demografischer Wandel abgedimmt. Und wehrt sich gegen „staatlichen Aktionismus“.

Die Digitalisierung – Industrie 4.0 – lasse durch ihre Produktivitätsfortschritte den vielbeschworenen Facharbeitermangel gar nicht eintreten. Es genüge ein Pproduktivitätsanstieg um 0,5% bis 0,8 %, um die Lücke am Arbeitsmarkt zu füllen. „Das schaffen wir mit links“, so der Ökonom gegenüber faz.net.

Straubhaar plädiert für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Es sei nicht gerecht, die Finanzierung des Sozialstaates wesentlich auf Arbeit anzustellen, vielmehr müsse die gesamte Wertschöpfungskette besteuert werden. Das sei gerechter. Dann wäre auch Alterung keine Bedrohung.

Den Alterungsprozess selbst bezweifelt auch Straubhaar nicht und sieht ihn als unumkehrbar. Weder Zuwanderung – „Es ist falsch zu glauben, dass gerade die altersspezifisch passenden Leute ins Land kommen. Das ist eine der großen Illusionen in der Flüchtlingsdebatte“ – noch eine Steigerung der Geburtenrate – „Allein mit Geldscheinen können Sie keine Frau dazu verführen, Kinder zu gebären“ – könne daran etwas ändern.

Die Flüchtlinge schon gar nicht. Ihren Effekt auf die deutsche Demografie sieht er in letzter Konseqeunz als marginal. Sie kosten den Wohlfahrtsstaat jetzt etwas, sie zahlen zurück, wenn sie in ein paar Jahren ins Arbeitsleben integriert sind. Als Rentner werden sie wieder sie vom Wohlfahrtsstaat alimentiert. Ein Nullsummenspiel. Ob man Flüchtlinge aufnimmt oder nicht, ist eine Frage der Humanität, keine der Volkswirtschaft.

Die Bewältigung der Integration werde aber gelingen. „Ein Volk mit 81 Millionen Menschen kann ein bis zwei Millionen Flüchtlinge absorbieren, nicht nur einmal, sondern auch ein paar Jahre hintereinander,“ betont Straubhaar gegenüber faz.net.

Regieren die Alten die Jungen? Ja, sagt Straubhaar. das könne man schon jetzt sehen. „Die Regierung in Berlin betreibt eine Politik für die Alten, gegen die Jungen. Paradebeispiel ist das Rentenpaket, wo alle in der großen Koalition ihre jeweilige Klientel unter den Alten bedient haben. “

Thomas Straubhaars neues Buch „Der Untergang ist abgesagt. Wider die Mythen des demografischen Wandels“ erscheint im März in der „edition Körber-Stiftung“.

faz.net

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