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| Es fehlt an höheren Bandbreiten und kommunaler Zusammenarbeit

Digitale Daseinsvorsorge auf dem Vormarsch

Digitale Daseinsvorsorge auf dem Vormarsch

Digitale Anwendungen in der Daseinsvorsorge sind in Deutschland zwar auf dem Vormarsch. Aber mit der flächendeckenden Breitbandversorgung hapert es weiterhin – unverändert bestehen grosse Unterschiede zwischen Stadt und Land. Das ist das Ergebnis einer Fachtagung „Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Infrastruktur und Daseinsvorsorge“ am 19. November 2015 im Bundes­ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Laut dem Breitbandatlas war Mitte 2015 in Deutschland der städtische Raum vollständig mit einem Internet­zugang von mindestens 2 Mbit/s versorgt und immerhin 97 Prozent des ländlichen Raums. Größere Unterschiede zwischen Stadt und Land zeigen sich jedoch bei der Versorgung mit höheren Bandbreiten. So verfügen zwar 85 Prozent der städtischen Gemeinden derzeit über Anschlüsse von mindestens 50 Mbit/s, aber nur 26 Prozent der ländlichen Gemeinden.

DIW Econ untersuchte in einer Studie „Schnelles Internet in ländlichen Räumen im Vergleich“ acht Länder, die sich als Ideengeber für den Breitbandausbau in Deutschland eignen: Dänemark, Estland, Finnland Frankreich, Schweiz, Südkorea, die USA und das Vereinigte Königreich. Erste Ergebnisse der noch unveröffentlichten Studie zeigen, dass regionale Ausbau­strategien, vorangetrieben von den Gemeinden selbst, dominieren.

Dabei werden die Gemeinden unternehmerisch aktiv und bauen – in Zusammenarbeit mit Unternehmen wie lokalen Stromversorgern – die notwendige Infrastruktur aus, zum Beispiel in der Schweiz und Dänemark. In öffentlich-privaten Kooperationen bringen sie über gemeindeeigene Unternehmen sowohl Fördermittel als auch den Zugang zu passiver Infrastruktur ein. In Deutschland fehlt es noch an dieser Zusammenarbeit.

Beispiel: In der schwedischen Provinz Västernorrland werden 80 Prozent der Pflegebedürftigen durch die Familienangehörigen versorgt. Die stationäre Betreuung ist zu teuer und darüber hinaus finden sich nicht genügend Fachkräfte für abgelegene Regionen. In 15 ländlichen Gemeinden wurden daher ältere pflegende Angehörige, die meist technisch unerfahren waren, mit einem Computer und einer Webcam ausgestattet. Damit sollten nicht nur die Pflegeleistungen etwa durch die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Gemeindekrankenschwester verbessert werden, sondern darüber hinaus Möglichkeiten für einen persönlichen Austausch entstehen. Die im Durchschnitt 76 Jahre alten pflegenden Angehörigen, meist die Ehe- oder Lebenspartner, nahmen die neuen digitalen Möglichkeiten schnell an.  Durch die Webcam konnten sie beispielsweise auf eine neue Art mit weiter entfernten Verwandten und Freunden kommunizieren.

In Deutschland entwickelt das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE das Projekt „Digitale Dörfer“ – als Teil des strategischen Forschungsprogramms „Smart rural areas“. Es soll die Abwanderung junger Menschen in größere Städte und Ballungsgebiete umkehren helfen und  ländliche Regionen attraktiv halten. Im Februar 2016 startet die erste Testphase in der Verbandsgemeinde Betzdorf, einer von zwei Testregionen in Rheinland-Pfalz. Das Besondere an dem Projekt ist die Kombination aus realen Testphasen in den „Digitalen Dörfern“ und IT-gestützten Simulationen virtueller Konzepte am Fraunhofer-Institut. Die Bereiche Mobilität und Logistik stehen hierbei im Vordergrund.

DemografiePortal_Digitaler Ausbau

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