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| Ärzte befürchten Missinterpretationen und Kommunikationsüberlastung

E-Health: Patientenportale bieten nicht nur Vorteile

E-Health: Patientenportale bieten nicht nur Vorteile

Das E-Health-Gesetz soll in Deutschland ab 2019 eine sektorübergreifende Patientenakte etablieren. Nicht nur für Ärzte, auch Patienten sollen Zugriff auf Gesundheitsdaten haben und eigene Werte bereitstellen. Doch die Akten haben Tücken.

Die Ärztezeitung berichtet in ihrer Onlineausgabe von einer Studie aus den USA, die sich genau solche Patientenakten vorgenommen hat.  Ergebnis: Sie sind kein Selbstläufer.

In den Vereinigten Staaten müssen Leistungserbringer – insbesondere Gesundheitszentren und Kliniken – seit 2015 über ein Patientenportal mit ihren Patienten kommunizieren. Wenigstens fünf Prozent der Patienten müssen Zugang zu einem solchen Portal erhalten, sonst gibt es Abzüge bei der Vergütung.

Die US-Forscher wollten wissen, ob solche Portale überhaupt etwas bringen.

An der qualitativen Umfrage zwischen Oktober 2013 und Juni 2014 beteiligten sich 20 Teilnehmer aus Gesundheitszentren und Kliniken in vier unterschiedlichen Bezirken in Nord Carolina – überwiegend Ärzte und Krankenschwestern, aber auch IT-Verantwortliche.

Die Teilnehmer sahen Nutzen in den Patientenportalen, es überwog jedoch die Sorge um die auftretenden Probleme und Nachteile. Fest steht, ohne äußeren Druck hätten die Einrichtungen in der Regel kein Patientenportal aufgelegt.

Portale helfen zweifelsohne Arbeitszeit zu sparen. Sie sorgen für effizientere Verwaltungsprozesse. Terminvermittlung und Standardfragen könnten online im Vorfeld abgeklärt werden. Wenn der Patient zur Untersuchung kommt, ist alles geklärt und man kann sich auf die Behandlung konzentrieren. Auch Laborbefunde könnten schneller übermittelt werden.

Beide Seiten profitieren zusätzlich, dass die Patienten – weil sie durch das Portal informierter sind – ihre Krankheit besser selbst managen können. Sie wissen mehr um den eigenen Gesundheitszustand, weil nach dem Arztbesuch alle wichtigen Daten und Befunde einsehbar bleiben.

Angehörige könnten zudem besser in die Therapie einbezogen werden.

Ärzte sehen dazu die Chance, Doppeluntersuchungen oder Fehler etwa bei der Mediaktion zu vermeiden.

Gleichwohl ist nicht alles paletti: Ärzte und Teams befürchten Risiken gerade durch das Medium Internet selbst. Zunächst seine Patientenportale nicht selbsterklärend. Erhöhter Schulungsbedarf gerade bei weniger Gebildeten oder Alterspatienten ist die Folge.

Zudem könnten Patienten das Ganze mit WhatsApp verwechseln. Die Krankenhäuser fbeürchten drastisch steigendes Anfrageaufkommen, verbunden mit dem Anspruch an eine „Jetzt und Gleich“-Antwort.

Das Portal lasse Patienten mit zuvielen Daten allein, die sie ggf nicht einordnen können oder zu Missinterpretationen führen. Eventuell könnte der Eine oder Andere dazu verführt werden, nicht mehr zur Nach- oder Kontrolluntersuchung zu erscheinen.

Hier stellt sich dann die Haftungsfrage. Wie weit geht die Infopflicht? Wo endet die Verantwortung? Was ist, wenn Daten fälschlicherweise eingestellt werden? Wie und wann wird gelöscht? Zugriffsberechtigungen?  Ärzte und Krankenhauspersonal äussern sich verunsichert.

Fazit: E-Health bietet Chancen. Aber es wird noch viel Vorbereitung notwendig sein, dass das Gesetzt wirklich zu mehr Effizienz führt.

Ärztezeitung_US-Untersuchung zu Patientenportalen

 

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