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| Sozialpolitiker Markus Werding gibt auf focus.de Entwarnung.

Horror Altersarmut

Horror Altersarmut

Keine Angst vor Altersarmut. Hat zumindest Markus Werding, Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum. Seine These: „Wahre Horrorzahlen kursieren oft, wenn es um das Thema Altersarmut geht.“ Alles halb so schlimm, man müsse eben einen „nüchternen Blick“ auf die Zahlen werfen.

 

Rückgriff auf die letzte „seriöse Schätzung“ Ende 2012 seitens des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie von 2012: Sie misst Altersarmut am Anteil der Bevölkerung 65plus, der Leistungen der Grundsicherung im Alter be­zieht. 2011 belief sich dieser auf 2,6 Prozent, 2014 ist er auf 3,0 Prozent gestiegen.

Insofern könne Altersarmut zwar weiter ansteigen, aber nicht im bedrohlichen Maße. Werding rechnet mit 4,0 bis 5,4 Prozent, aber auch nur dann wenn die Verlängerung der Lebensar­beitszeit durch die „Rente mit 67“ schwach ausfalle und wenn Minijobs oder Langzeitarbeitslosigkeit sich weiter ausbreiten.

Werding auf focus.de: „Dass aus einer Armutsquote von über fünf Prozent, die sich unter sehr ungünstigen Annahmen in rund 30 Jahren ergeben könnte, jedoch ohne Weiteres bereits in 15 Jahren eine Quote von fast 50 Prozent wird, wie etwa der WDR im April in einer Studie suggerierte, kann aus heutiger Sicht so gut wie ausgeschlos­sen werden.“ Die WDR-Zahlen wurden allerdings auch von anderer Seite schon als unwissenschaftlich bezweifelt und sind seitdem nicht mehr aufgegriffen worden (DW).

Auch sonst gibt sich Werding optimistisch: Niedrige Renten seien vielfach Ergebnis von fragmentierten Erwerbsbiografien, so der Autor. Beispiel: Frauen, die sich längere Zeit aus dem Arbeitsleben der Kinder wegen zurück gezogen haben. In Zukunft werde es solche Biografien aber weniger geben. Etwa die „Nur-Hausfrau“ unter 50 verschwinde. Problematisch blieben allerdings die Langzeitarbeitslosen.

Insofern plädiert auch Werding für ein Heraufsetzen des Rentenaltersgrenze und einem sanften Zwang zur privaten Vorsorge. Zudem bräuchten Personen mit stark fragmentierten Erwerbsbiografien eine spezielle „bedürftigkeitsgeprüfte Grundsicherung im Alter“. Anders seien diese nicht mehr zu erreichen.

focus.de_altersarmut-womit-wir-rechnen-muessen-und-womit-nicht

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