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| Reportage zeichnet ein erschütterndes Bild vom Generationemanagement

Japans Rentner müssen aufs Land

Japans Rentner müssen aufs Land

Wer sich um ein greises Deutschland sorgt, sollte mal nach Japan blicken. Dort geht man mit Rentnern ruppiger um, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Japan bildet sozusagen die Avantgarde der weltweiten Alterspyramiden. Ein Viertel der Einwohner sind heute 65plus. In 20 Jahren werden 40 Prozent aller Japaner Rentner sein. Die Gesamtbevölkerung reduziert sich jährlich um 200 000 Einwohner, das ist einmal die Einwohnerschaft von Augsburg.

Insgesamt fünf Millionen Japaner sind derzeit in Pflege – ob zu Hause oder stationär. Angesichts mangelnder Pfleger müssen sich die Kinder kümmern. Egal wie alt sie selbst sind. Auf dem Land kümmerten sich schon 75jährige um ihre 100jährigen Eltern, schreibt die Süddeutsche.

Was zur Folge hat, dass manch einer schon mal durchdreht. Der Autor berichtet von einem Fall, bei dem ein Pfleger einen alten Mann und zwei Frauen vom Balkon gestossen hat. Sie seien ihm auf die Nerven gegangen.

Zusätzliches Pflegepersonal aus dem südostasiatischen Ausland könnte Abhilfe schaffen, ist aber bei der konservativen Regierung des Premiers Shinzo Abe nicht sonderlich beliebt. Sie setzt lieber auf Heimroboter.

Laut SZ startet die Regierung derzeit ein Programm, wonach sich zwanzig Orte in wirtschaftlich darbenden Gegenden darauf spezialisieren sollen, alte Leute zu beherbergen. Sie sollen Heime bauen und Pflegerinnen finden, die Regierung  zahlt Zuschüsse. 247 Gemeinden bekundeten Interesse.

Die Hoffnung dahinter: Alte Leute ziehen aufs Land und entlasten so die urbanen Räume. Ohnehin entwickelt sich in Japan eine sehr dynamische Alterswanderung. Während die Alten die Metropolen verlassen, gehen die Jungen genau dorthin.

Draussen in der Provinz dürfen sich die Alten im Quartier nützlich machen. Nicht wenige Senioren leisten Freiwilligendienste in der Sprachschulung oder  im Pflegebereich. Nicht zur Last fallen sei die Prämisse, so die SZ.

sueddeutsche.de_japan-ein-land-sieht-alt-aus.

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