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| Nicht nur in Thüringen - bei vielen reicht Rente nicht

Jeder achte Rentner 2021 arm?

Jeder achte Rentner 2021 arm?

Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt vor zunehmender Altersarmut in Thüringen.  Die Zahl der armen Rentner wird sich nach eigenen Berechnungen von 3,3 Prozent auf 8,0 Prozent im Jahr 2021 erhöhen. Jeder achte Rentner in Thüringen wird dann von Altersarmut betroffen sein.

Auch das Thüringer Sozialministerium geht davon aus, dass sich das Problem der Altersarmut in Thüringen verstärken wird. Der Grund dafür sind prekäre Beschäftigung oder niedrige Löhne, die zu niedrigen Renten führen, die teilweise unter dem Niveau der Grundsicherung lägen.

Ein Beleg für die drohende Altersarmut in Thüringen ist auch die Zahl der Rentner, die zusätzlich zu ihrer Rente noch arbeiten. Nach den aktuellen Zahlen des Sozialministeriums, ist die Zahl der über 65-Jährigen, die sich zur Rente etwas hinzuverdienen, seit 2007 um fast 29 Prozent auf inzwischen knapp 22.000 gestiegen.

Die höchsten Altersarmutsquoten gibt es danach in Erfurt (11,8 Prozent), Weimar-Stadt (11,5 Prozent) sowie Gera (10,9 Prozent). Ebenfalls überdurchschnittlich hoch liegen nach dieser Prognose die Quoten in Eisenach )9,9), Kyffhäuserkreis (9,0), Sömmerda (9,1) und Ilm-Kreis mit 8,9 Prozent. Thüringen liegt mit einer prognostizierten Armutsquote von 8 Prozent unter dem Schnitt der ostdeutschen Länder mit 10,2 Prozent im Jahr 2021. Die niedrigsten Altersarmutsquoten bei Rentnern prognostiziert der Wohlfahrtsverband für das Jahr 2021 in den Kreisen Hildburghausen (4,2%), Schmalkalden-Meiningen (5,1%), im Wartburgkreis und im Kreis Sonneberg (je 5,5 Prozent) sowie im Wartburgkreis (5,7 Prozent). Innerhalb von zehn Jahren wächst die Altersarmut in Thüringen nach diesen Zahlen um 142 Prozent im Freistaat.

In der Modellrechnung betrachtet der Verband die Gruppe derjenigen zwischen 55 und 65 Jahren, die heute bereits Arbeitslosengeld I, Sozialhilfe oder andere Existenzminimumleistungen bzw. Wohngeld beziehen und „die mit großer Gewissheit bei Renteneintritt altersarm und auch dann weiterhin auf Unterstützung angewiesen sein werden.“

Der Verband fordert eine durchgreifende Reform der Altersgrundsicherung und insbesondere eine bedarfsgerechte Erhöhung der Regelsätze.

Altersarmut wird drängender zum Thema. MZ-web.de berichtet aus dem Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt, dass dort die Zahl der alten Menschen, die finanziell unterstützt werden, sprunghaft ansteige. Von 2010 1.388 Menschen auf 2014  1 648 Personen an. Flossen 2010 im Burgenlandkreis Bundeshilfen in Höhe rund 3,8 Millionen Euro an die Betreffenden waren es 2014  7,4 Millionen Euro.

Auch im Nachbarland Tschechien gehen Rentner vermehrt arbeiten, um ihre Pension aufzustocken. In Prag sind die meisten Senioren beschäftigt, die wenigsten arbeiten  im Kreis Olomouc / Olmütz. Vor drei Jahren hatten knapp 323.000 Menschen neben ihrer Altersrente noch einen Nebenverdienst. Ein Jahr später waren es schon um 12.000 Senioren mehr.

Paritätische_Thüringen

mz-web_Burgenlandkreis

radio.cz_Tschechien

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