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| Hochgebildete werden deutlich älter als andere Schichten

Lebenserwartung wird weiter steigen

Lebenserwartung wird weiter steigen

Die Lebenserwartung wird weiter steigen. In den letzten Jahren kletterte sie circa drei Monate pro Jahr. Profitiert haben vor allem die Hochgebildete, arbeitete jetzt einen Studie des Max.Planck-Institutes für demografische Forschung heraus.

Europäische Studien zu Bildungsunterschieden zeigen, dass die Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen den Bildungsschichten in den letzten Jahrzehnten gewachsen sind. In den skandinavischen Ländern sowie in Finnland, Belgien, Frankreich und der Schweiz ist die Lebenserwartung bei den Hochgebildeten stärker angestiegen als bei den bildungsferneren Schichten. Ein extremes Beispiel ist die Lebenserwartung russischer Männer: Männer mit der geringsten Bildung sterben im Schnitt 13 Jahre früher.

In den USA ist die Situation ähnlich wie in West- und Nordeuropa. Auffällig ist jedoch, dass es in den 1980ern und 1990ern gerade bei der Lebenserwartung von Frauen große soziale Unterschiede gab. Einige Studien fanden bei den am geringsten gebildeten weißen nicht-hispanischen Frauen sogar einen Rückgang der durchschnittlichen Lebensdauer.

Ursache ist die deutlich verbesserte Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen seit den 60ern. Die nützte vor allem den Hochgebildeten. Zu Beginn der 1970er Jahre betrug der Unterschied zwischen Hochgebildeten und allen anderen Bevölkerungsschichten etwa bei finnischen Männern 4,4 Jahre. 2005 ist der Unterschied auf gut sechs Jahre gewachsen.

Bedeutet  im Umkehrschluß, dass die Lebenserwartung auch der mittleren und unteren sozialen Bevölkerungsschichten sich noch deutlich nach oben verbessern kann. Rückgänge in der Lebenserwartung, wie sie in einigen Ländern bei gering Gebildeten beobachtet werden können, sind vermeidbar und stehen nur für viele unnötige frühe Todesfälle.

Fazit der Autoren: Mit einem weiteren Anstieg der Lebenserwartung ist  zu rechnen. So war etwa bei schwedischen Männern zwischen 1988 und 1999 die Hälfte des gesamten Anstiegs der Lebenserwartung ab 30 Jahren auf einen verbesserten Bildungsstand der Bevölkerung zurückzuführen. Dieser Trend könnte sich auch in vielen anderen Ländern fortsetzen.

Bildung ist es aber nicht allein. Auch die erfolgreiche Behandlung von Alzheimer könnte die Lebenserwartung nach oben treiben.

demogr.mpg.de_was_ist_demografie_1908/lebenserwartung_trends_bei_hochgebildeten_weisen_den_weg

 

 

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