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| Obwohl Arbeitgeber Versorgungsangebote ausbauen

Nachfrage nach Betriebsrente stagniert

Nachfrage nach Betriebsrente stagniert

Allen Forderungen nach privater Zusatzabsicherung zum Trotz – die betrieblicher Altersversorgung (bAV) stagniert. Die Nachfrage der Beschäftigten nimmt ab, ihnen fehlt es an Ressourcen, wie die Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2016“ der Generali Versicherungen und dem F.A.Z.-Institut für Management-, Markt- und Medieninformationen GmbH ermittelt. 

Die geplante Lockerung der Haftungspflichten werde die Nachfrage kaum beleben. „Die betriebliche Altersversorgung (bAV) im Mittelstand kommt auf der Nachfrageseite der Arbeitnehmer 2015 nicht vom Fleck“, schreiben die Autoren der Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2016“.

Für die zum fünften Mal in Folge erschienene Studie befragte die Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH (Forsa) 200 Personalverantwortliche, die für die bAV zuständig sind, in deutschen mittelständischen Firmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern.

Gegenüber dem Vorjahr sank der Anteil der Mitarbeiter unterhalb der Führungsebenen, welche mindestens ein bAV-Angebot ihres Arbeitgebers nutzen, auf 43,9 (46,1) Prozent. Hauptgrund für die Stagnation sind nach Meinung von 72 Prozent der Befragten vor allem fehlende finanzielle Reserven.

55 Prozent der bAV-Verantwortlichen gehen bei den Mitarbeitern von einem geringen Interesse an der kapitalgedeckten Altersvorsorge aus. 54 Prozent kritisieren aber auch die fehlende finanzielle Beteiligung vieler Arbeitgeber an der bAV.

Dabei haben die Arbeitgeber ihr Engagement bei der bAV ausgebaut. So kann jeder Mittelständler mindestens ein Angebot vorweisen.

Das Angebot an rein arbeitgeberfinanzierten Betriebsrenten verzeichnet im Vorjahresvergleich sogar einen leichten Zuwachs. Gerade mitarbeiterstarke Betriebe weisen mit aktuell 45 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil bei den rein arbeitgeberfinanzierten bAV-Modellen auf. Insgesamt hält jeder Betrieb im Schnitt aktuell 1,5 bAV-Planvarianten über alle Finanzierungsvarianten hinweg bereit. Die Arbeitgeber setzen bAV-Pläne mit einem eigenen finanziellen Anteil weiterhin als wichtiges HR-Instrument ein, um Mitarbeiter zu halten und neue Fachkräfte zu gewinnen.

Kritik üben die Verantwortlichen an der Belastung durch umfangreiche neue Vorschriften, die die Ausbreitung der bAV hemmen. Nur jeder dritte bAV-Verantwortliche sieht in der gesetzlichen Haftung der Arbeitgeber ein Hindernis. Eine weitgehende Enthaftung der Arbeitgeber, wie sie derzeit in Fachkreisen diskutiert wird, sorge eher für Verunsicherung. Ähnlich kritisch gehen die bAV-Verantwortlichen mit der Frage nach einem obligatorischen Opting-out um, denn auch ein solche Verpflichtung löst das Grundproblem der bAV nicht.

Ein Weg zu einer besseren Marktdurchdringung seitens der Arbeitnehmer besteht nach Ansicht der bAV-Verantwortlichen in einer höheren finanziellen Förderung. So setzt sich der Trend der Vorjahre fort, dass mittelständische Arbeitgeber die Vorsorge ihrer Mitarbeiter finanziell unterstützen, wenn diese einen eigenen Beitrag aus dem Entgelt leisten. Betriebsrentenmodelle auf der Basis einer gemischten Finanzierung aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen verzeichneten 2015 Zuwächse, wie schon in den vorangegangenen Jahren. Gegenwärtig bieten 71 Prozent der Mittelständler solche Modelle an. Der Mittelstand macht es vor: Besonders in Großbetrieben mit über 250 Mitarbeitern wird die betriebliche Altersversorgung deutlich als Personalmanagement-Instrument erkannt und eingesetzt.

Generali Versicherung_Betriebliche Altersversorgung

 

 

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