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| Sächsische Wohnungsgenossenschaften haben Nachholbedarf

Nur vier Prozent Wohnungen barrierefrei

Nur vier Prozent Wohnungen barrierefrei

Nur vier Prozent Wohnungen barrierefrei, nur 298 SmartHome-Einrichtungen. Sächsische Wohnungsgenossenschaften haben gleich mehrach Nachholbedarf, attestiert der nur 298 SmartHome-Einrichtungen (VSWG). Der demografische Wandel mit einer schrumpfenden und immer älter werdenden Bevölkerung sowie die altersgerechte Anpassung des Wohnraumes als zu lösende Aufgaben liessen sich nicht mehr isoliert betrachten.

„So ergeben sich beispielsweise in schrumpfenden Regionen mit steigendem Altersdurchschnitt gleich mehrere Problemfelder auf einmal: mangelnde Versorgung mit Gesundheits- dienstleistungen und Pflege, die Notwendigkeit neuer Wohnformen, der Breitbandausbau als Voraussetzung für die Vernetzung z. B. mit Ärzten über größer werdende Distanzen sowie die Notwendigkeit neuer Energiekonzepte, da bestehende Leitungen immer unwirtschaftlicher werden neben dem Dach über dem Kopf. Um diese komplexe Problematik zu lösen, ist eine stärkere Vernetzung der einzelnen Ressorts nötig, um ressortübergreifend Kompromisse zu finden, die nicht zwingend zusätzliches Geld erfordern, sondern lediglich ein Wollen. Nur mit Ehrlichkeit im Umgang, dezentralen Lösungen im ländlichen Raum sowie der ganzheitlichen Betrachtung von Quartieren können die Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden, denn die Wohnungswirtschaft ist eine Branche, die immobil ist und für 10 bis 15 Jahre im Voraus plant“, so Axel Viehweger, Vorstand der Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG).

2015 zählte der VSWG bei seinen Mitgliedern 275.141 Wohneinheiten. Die Gesamtsumme barrierearmer und barrierefreier Wohnungen beläuft sich bei den Wohnungsgenossenschaften, die an der Befragung teilgenommen haben auf 4.109 Wohneinheiten. „Setzt man die Ergebnisse dieser Stichprobe in Bezug zum Gesamtwohnbestand, gehen wir davon aus, dass in den sächsischen Wohnungsgenossenschaften rund 9.900 Wohneinheiten barrierearm oder -frei sind. Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 3,6 Prozent“, so Alexandra Brylok, Referentin Soziales und Projekte beim VSWG.

Bei den befragten Wohnungsgenossenschaften existieren 26.427 Wohnungen, die sich im Erdgeschoss befinden oder durch maximal zehn Stufen zu erreichen sind. Dies ist insbesondere für Mitglieder und Bewohner mit gesundheitlichen Einschränkungen interessant. Neben barrierearmen und -freien Wohnungen hat in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach wohnungsunterstützender Technik zugenommen. Derzeit gibt es 298 SmartHome und AAL-Wohnungen im Gesamtbestand der sächsischen Wohnungsgenossenschaften.

„Unsere Gesellschaft wird aufgrund der allgemein längeren Lebenserwartung und der bisher anhaltenden geburtenschwachen Jahrgänge immer älter. Der zu erwartende Pflegenotstand, die abnehmende Finanzkraft und der Wegbruch informeller Hilfesysteme werden in den nächsten Jahren vermehrt an Brisanz gewinnen. Den Menschen so lang wie möglich ein Leben in der gewohnten und vertrauten Umgebung zu ermöglichen, gewinnt damit an gesellschaftlicher Bedeutung – vor allem in Bezug auf die Sicherung von anforderungs- gerechtem und komfortablem Wohnraum unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit. Die Wohnung entwickelt sich immer stärker zum Gesundheitsstandort, da die Konsequenzen des demografischen Wandels alle Lebens- und gesellschaftlichen Bereiche durchdringen“, so der VSWG-Vorstand.

Die häufigsten Anpassungsmaßnahmen zur Beseitigung baulicher Barrieren in den Wohnungen der sächsischen Wohnungsgenossenschaften sind schwellenlose Übergänge (93 Prozent), schwellenlose Duschen (89 Prozent) sowie Sitzplätze im Außenbereich (80 Prozent). Als zukünftige Themen werden die Zusatzausstattung Bad (40 Prozent), AAL- Technik (38 Prozent) sowie Vorrüstungen für nachträgliche Veränderungen und das absenkbare WC mit jeweils 30 Prozent gesehen.

Die durchschnittlichen Investitionskosten für bauliche Anpassungsmaßnahmen belaufen sich auf 235 Euro/m2. Vor der Sanierung lag die durchschnittliche Nettokaltmiete bei den befragten Wohnungsgenossenschaften bei 4,65 Euro/m2 und im Anschluss bei 5,22 Euro/m2. Dabei handelte es sich um einzelne Anpassungsmaßnahmen bzw. Teilsanierungen. Werden intensive bauliche Maßnahmen wie Grundrissänderungen vorgenommen, Vollwärme- schutz integriert und unterstützende Technik eingesetzt, ergibt sich ein durchschnittlicher Mietpreis von 7,00 Euro/m2.

Der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) führte erstmals 2010 eine Umfrage zu sozialen Faktoren in sächsischen Wohnungsgenossenschaften durch. Dieser sogenannte Sozialfragebogen wurde von Oktober bis Dezember 2015 erneut an die Mitglieder zur Evaluation versandt. Die 217 im Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V. (VSWG) organisierten Wohnungsgenossenschaften bewirtschaften mit insgesamt 275.141 Wohneinheiten 20,6 Prozent des gesamten Mietwohnungsbestandes im Freistaat Sachsen und bieten damit rund einer halben Million Menschen ein Zuhause.

vswg.de

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