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| Deutscher Beitragssatz bleibt stabil - Arbeitgeber und DIA sorgen sich um Selbständige

Rente: Von Schweden lernen

Rente: Von Schweden lernen

Bekanntermassen nehmen sich deutsche Politiker und Publizisten gerne skandinavischen Länder zum Vorbild – etwa Schweden in der Flüchtlingsfrage, Dänemark bei der Süssigkeiten-Besteuerung oder Finnland, wenn es um Schule geht. Warum also nicht auch bei der Rente, denkt sich heute.de und bringt die Umlagerente ins Spiel.

Das Modell: In Schweden zahlen alle Erwerbstätigen in die Versicherungskassen ein, egal ob Arbeitnehmer oder Beamter oder selbständig. Der Beitragssatz für die Rente liegt bei 18,5 Prozent. 16 Prozent davon fließen in eine umlagenfinanzierte Einkommensrente, 2,5 Prozent in eine kapitalgedeckte Prämienrente. Einen Großteil der Beiträge übernimmt der Arbeitgeber. Der Eigenanteil für Arbeitnehmer beträgt sieben Prozent des steuerpflichtigen Einkommens.

Die staatliche Rente ist die erste Säule des schwedischen Rentensicherungs-Systems, berichtet heute.de. Die zweite Säule bilde die betriebliche Altersvorsorge, die dritte die freiwillige private Altersvorsorge.

Die staatliche Rente basiert auf den Einkünften während des gesamten Berufslebens. Je mehr jemand verdient und je länger er arbeitet, desto höher ist später die Einkommensrente. Die Beiträge werden auf virtuellen Rentenkonten gutgeschrieben und verzinst.

Schweden hat dazu einen Rentenkorridor eingeführt. Wer will, kann mit 61 Jahren aufhören oder eben weitermachen bis wenigstens 67. Solange müssen Unternehmen beschäftigen, ab dann können sie es. Wer vor 65 aufhört, erhält Abstriche: Es werden Prozentpunkte abgezogen. Wer länger dabei bleibt, verdient weiter und bekommt mehr Rente.

Mit der Zahlung werden Anwartschaften auf die eigene Altersrente erworben. Diese werden jährlich an die Lohnentwicklung angepasst. Zeiten für Kindererziehung, Studium und Wehr- und Zivildienst werden angerechnet. Die Kosten dafür übernimmt der Staat.

Die Erwerbstätigkeit in Schweden steigt. laut OECD arbeiten männliche Schweden bis 65,2 Jahren, Deutsche hören schon bei 62,7 Jahren auf.

Was war sonst noch in der Rentendiskussion?

Die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) fordert in der „Welt“ die Einführung der Riesterrente für Selbstständige.  Warnungen vor einem drastischen Anstieg der Altersarmut seien völlig überzogen. Wenn aber, träfe sie mehr die Selbständigen. „Alle Selbstständigen, die bislang nicht Mitglied eines obligatorischen Alterssicherungssystems sind, sollten zur Altersvorsorge verpflichtet werden“, lässt sich der BDA zitieren. Zudem solle die kapitalgedecket Altersvorsorge gestärkt und die Riester-Förderung für Selbstständige geöffnet werden. Dazu: Flexibilisierung des Renteneintritts und mindestens Entbürokratisierung der betrieblichen Altersvorsorge.

Das sieht in etwa auch das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) so. „Statt einer pauschalen Erhöhung des Rentenniveaus durch die Ausschaltung des Demografiefaktors in der Rentenformel sind zielgerichtete Verbesserungen für jene Gruppen erforderlich, die besonders von Altersarmut gefährdet sind: Erwerbsgeminderte, Solo-Selbständige, Langzeitarbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund und kinderreiche Familien. Vor allem zu geringe Erwerbszeiten führen in die Altersarmut,“ erklärt Sprecher Klaus Morgenstern auf dasinvestment.com.de. Gerade für Solo-Selbständigen sei immer noch keine Lösung gefunden. Die Absicherung könnte analog der Handwerkerversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung organisiert und an die Gewerbeanmeldung gekoppelt werden.

Keine unmittelbare Gefahr für die Rente droht laut dpa, der Beitragssatz von 18,7 Prozent bleibe stabil. Zwar sei die Rücklage der gesetzlichen Rentenversicherung seit Ende vergangenen Jahres um 1,5 auf 32,6 Milliarden Euro gesunken. Das entsprach Ende April 1,62 Monatsausgaben der Rentenversicherung. Gegenüber dem Vormonat stieg die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage aber damit leicht an. Ende März betrug die Rücklage noch 32,2 Milliarden Euro. Ende 2014 hatte die Rentenkasse noch eine Rekordreserve von mehr als 35 Milliarden Euro.

Nach Angaben der Rentenversicherung ist die Entwicklung seit Anfang des Jahres auf saisonale Effekte zurückzuführen und auf strukturelle Leistungsausweitungen:  Mütterrente und die abschlagsfreie Rente mit 63.

Die Nachhaltigkeitsrücklage wird gleichwohl kontinuierlich abschmelzen. Sie dürfte 2020 ihre gesetzliche Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben erreicht haben. Deshalb wird der Beitragssatz 2021 voraussichtlich steigen. Laut jüngstem Rentenversicherungsbericht soll er über 20,4 Prozent im Jahr 2025 bis auf 21,5 Prozent im Jahr 2029 steigen.

heute.de_demografie-und-alterssicherung-rente-so-gehts-in-schweden

http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rentendebatte-arbeitgeber-fordern-riesterrente-und-versicherungspflicht-fuer-selbststaendige_id_5537777.html

.dasinvestment.com_ eingriff-in-rentenformel-der-falsche-weg

http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rentendebatte-arbeitgeber-fordern-riesterrente-und-versicherungspflicht-fuer-selbststaendige_id_5537777.html

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