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| Dreiviertel der gesetzlich Versicherten riestern oder haben bAV

Rentenreformen sind besser als ihr Ruf

Rentenreformen sind besser als ihr Ruf

Die Rentenreformen sind besser als ihr Ruf, findet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Sie erfüllten bisher weitestgehend die in sie gesetzten Erwartungen: Der Anstieg der Rentenbeiträge bis 2040 kann gebremst werden und fällt um 6 Prozentpunkte geringer aus als ohne Reformen.

Dadurch sinke zwar das Rentenniveau um etwa 8 Prozentpunkte, aber „diese Lücke kann durch die Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge geschlossen werden“, sagt GDV-Präsident Erdland. Das anvisierte Versorgungsziel erreicht die Riester-Rente selbst bei anhaltend niedrigen Zinsen.

Ohne Reformen läge Beitragssatz schon heute höher
Die Zahlen dafür liefert die Forscher der Prognos AG in Berlin. Ohne die Reformen läge der Beitragssatz laut Studie schon heute 1,6 Prozentpunkte höher – bei 20,3% statt aktuell 18,7%. Bis 2040 bremsen die Reformen den Anstieg des Beitragssatzes insgesamt um gut 6 Prozentpunkte. Statt auf 29,7% (+11,0 Prozentpunkte) steigen die Beiträge nur auf 23,8% (+5,1 Prozentpunkte).

Renteniveau entwickelt sich wie vorgesehen
Auf der anderen Seite sinkt, wie von der Politik vorgesehen, das Rentenniveau schrittweise stärker ab. Bereits heute liegt das Rentenniveau 3 Prozentpunkte niedriger, als es ohne Reformen der Fall gewesen wäre. Im Jahr 2040 beträgt der Unterschied dann 8,3 Prozentpunkte (41,9 statt 50,2 Prozent).

Geförderte Altersvorsorge kann Rentenlücke schließen
Das war beabsichtigt. Etwas mehr als die Hälfte dieses Rückgangs geht auf die Riester-Reform im Jahr 2001 zurück. Die Riester-Rente und die Befreiung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) von Sozialabgaben sowie die nachgelagerte Besteuerung wurden darum eingeführt, um die durch diese Reform entstehende Rentenlücke zu schließen.

Die Studie zeigt, dass dieses Ziel auch bei niedrigen Zinsen erreicht wird: Während ein Rentner mit 47 Beitragsjahren infolge der Riester-Reform 2040 voraussichtlich 189 Euro weniger Rente bekommt, erhält er aus einer voll besparten Riester-Rente eine monatliche Leistung von 306 Euro – oder 294 Euro aus einer vergleichbaren Betriebsrente. „Die durch die Riester-Reform von 2001 entstehende Rentenlücke wird durch die geförderte Altersvorsorge erfolgreich geschlossen“, stellt GDV-Präsident Alexander Erdland fest.

Dreiviertel der Versicherten haben eine ergänzende Vorsorge
Auch im Hinblick auf die Verbreitung der geförderten Altersvorsorge sei die Entwicklung vielversprechender als vermutet. 53,7 Prozent der Menschen, die in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) versichert sind, sorgen gegenwärtig bereits mit einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) oder einer Riester-Rente vor. 20 Prozent besitzen eine Riester-Rente, 22,7 Prozent eine bAV – und 11 Prozent sparen sogar in beiden Anlageformen für das Alter. Von den verbleibenden 46,3 Prozent, die keine Riester-Rente oder bAV besitzen, verfügt rund die Hälfte (22,4 Prozent) noch über anderweitige Vermögen wie Lebens- und Rentenversicherungen, Immobilien oder Wertpapiere. (Bild: GDV)

prognos.com_Studie

 

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