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| Ausschlaggebend ist die Zahl der Neugeborenen

Weltbevölkerung steigt 2100 auf 11 Milliarden

Weltbevölkerung steigt 2100 auf 11 Milliarden

Knapp 7,6 Milliarden Einwohner zählt die Erde am bevorstehenden Weltbevölkerungstag – und bis ins Jahr 2050 kommen jährlich durchschnittlich 67 Millionen Menschen hinzu, rechnet das Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung (BfBE) vor.

Das ist jährlich ein Wachstum um die Bevölkerungszahl Frankreichs.

Laut den kürzlich erschienenen Vorausberechnungen der Vereinten Nationen (VN) dürfte die Menschheit bis Mitte des Jahrhunderts auf 9,8 Milliarden steigen. Ausschlaggebend:  die Zahl der neugeborenen Kinder pro Frau sowie die Entwicklung der Sterblichkeit. Die Vereinten Nationen gehen zwar mit 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die globale Bevölkerungszahl zur Mitte des Jahrhunderts zwischen 9,4 und 10,2 Milliarden liegen wird. Es könnten aber bei weniger Neugeborenen auch nur 8,8 oder anders herum eben auch 10,9 Milliarden Menschen werden.

2100 beträgt die Weltbevölkerung in der mittleren Variante dann 11,2 Milliarden Menschen. Bekommen Frauen im weltweiten Durchschnitt nur ein halbes Kind mehr, könnte die Zahl sogar um 5,3 Milliarden darüber liegen.

Ausschlaggebend dafür, in welche Richtung es geht, wird vor allem die sozioökonomische Entwicklung in Afrika südlich der Sahara sein, wo Frauen heute die meisten Kinder zur Welt bringen.

In Deutschland und den meisten Industrieländern sind die Geburtenziffern schon vor einigen Jahrzehnten stark gesunken. Im Durchschnitt der entwickelten Länder liegt die Kinderzahl pro Frau bei 1,7. In Afrika südlich der Sahara dagegen bringen Frauen derzeit 4,8 Kinder zur Welt. Den Projektionen der VN zufolge dürfte diese Region erst am Ende des 21. Jahrhunderts das sogenannte Reproduktionsniveau von etwa 2,1 Kindern pro Frau erreichen, bei dem eine Bevölkerung ohne Zuwanderung nicht weiter wächst. Bei einer Geburtenziffer von etwa 2,1 bleibt die Bevölkerungszahl eines Landes langfristig stabil.

Unter geeigneten Bedingungen ist es möglich, den demografischen Übergang von hohen zu niedrigen Geburtenziffern zu beschleunigen. Dies hat etwa Bangladesch vorgemacht, dessen Geburtenziffer Anfang der 1970er Jahre mit 6,9 Kindern pro Frau leicht über dem damaligen subsaharischen Wert von 6,8 lag. Obwohl das Land gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf zu den ärmsten der Welt zählt, ist es ihm durch eine umsichtige Entwicklungspolitik gelungen, die Geburtenziffer bis heute auf rund 2,1 zu senken. Dazu trugen vor allem Gesundheits- und Bildungsinvestitionen bei sowie die gesellschaftliche und wirtschaftliche Stärkung von Frauen. (Bild: BfBE)

berlin-institut.org

 

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