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| Antibiotikaverbrauch nimmt um 40 Prozent zu

WHO-Kampagne gegen Antibiotika-Resistenzen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die erste globale Kampagne für einen sorgsameren Umgang mit Antibiotika ins Leben gerufen. Damit soll der zunehmenden Verbreitung von Antibiotika-Resistenzen entgegengewirkt werden.

Weltweit ist der Antibiotikaverbrauch in der Humanmedizin in der vergangenen Dekade um fast 40 Prozent angestiegen. Das und der falsche Umgang mit den Arzneimitteln hat zu steigenden Zahlen von Antibiotika-Resistenzen geführt, und immer öfter sind weit verbreitete Krankheiten wie Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen, Tuberkulose oder Durchfallerkrankungen mit herkömmlichen Antibiotika nicht mehr zu behandeln. Ärzte müssen für die Therapien daher mehr und mehr auf Reserveantibiotika zurückgreifen. Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat nun die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre erste globale Kampagne für eine bessere Verwendung von Antibiotika ins Leben gerufen.

Die WHO-Experten sind der Meinung, dass zunehmende Antibiotika-Resistenzen ein nicht zu unterschätzendes Problem für die öffentliche Gesundheit darstellen und daher konstant und global bekämpft werden müssen. Jede einzelne Person spiele dabei eine wichtige Rolle, so die Mediziner. Wie dringlich das Problem ist, hat eine im Oktober 2015 veröffentlichte Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ergeben. Demnach könnten inzwischen 50 Prozent aller Infektionen weltweit durch Erreger verursacht sein, die resistent gegen herkömmliche Antibiotika sind.

Experten raten Patienten, stets nur die ihnen persönlich vom Arzt verschriebenen Antibiotika einzunehmen und die vorgeschriebene Behandlung bis zum Ende durchzuführen, auch wenn man sich schon vorher besser fühlt. Zudem sollten niemals übrig gebliebene Antibiotika von älteren Erkrankungen oder Medikamente von Freunden oder Verwandten eingenommen werden, auch wenn diese unter der gleichen Erkrankung gelitten haben. Generell wird geraten, das Risiko für Infektionen durch eine regelmäßige Händehygiene sowie Vorsicht beim Umgang mit erkrankten Menschen zu reduzieren. Die Verwendung von Impfstoffen kann zusätzlich den Verbrauch von Antibiotika eindämmen.

WHO-Kampagne – Gesundheitsstadt Berlin

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